Barrierefreie Sanitäreinrichtungen

Barrierefreie Badezimmer: Sicherheit und Komfort für Menschen mit eingeschränkter Mobilität

SL
Verfasst von Sandra Lohwasser
Lesedauer: 6 Minuten
Barrierefreies Bad und Toilette mit Handlauf für behinderte oder alte Menschen
© Panlrob Samsuwan / istockphoto.com
Inhaltsverzeichnis
Barrierefreie Badezimmer ermöglichen dir selbstbestimmt und komfortabel bis ins hohe Alter leben. Dabei müssen in Neu- und bei Sanierungen spezifische Anforderungen nach DIN 18040-2 erfüllt werden. Darüber, welche Herausforderungen, du dabei bewältigen musst und welche staatlichen Zuschüsse dir beim Errichten eines barrierefreien Badezimmers zur Verfügung stehen, informiert dich dieser Artikel. Damit du bei der Gestaltung und der Umsetzung leichtes Spiel hast, wurde alles genaustens in der DIN-Norm geregelt.
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Barrierefreie Badezimmer: das beinhaltet die DIN 18040-2

In der DIN 18040-2 sind spezielle Anforderungen an barrierefreie Badezimmer geregelt, damit Menschen mit Behinderung oder Senioren bis ins hohe Alter ein eigenständiges Leben führen können und nicht beständig auf die Unterstützung Dritter angewiesen sind. Die DIN-Vorgaben sind in Privathaushalten nicht umsetzungspflichtig.

  • Türbreiten von mindestens 90 cm
  • Frei- und Bewegungsflächen von 120 cm ×120 cm
  • Ausstattungsanforderungen:  Waschbecken unterfahrbar und höhenverstellbar. Toiletten mit einer Sitzhöhe zwischen 46 - 48 cm, mit zusätzlichen Griffen an den Seiten. Dusche bodengleich, rutschfest und mit einer Sitzmöglichkeit. Klappbare Sitze bieten zusätzlichen Raumgewinn.
  • Armaturen: leicht erreichbar und bedienbar (berührungsfrei). Gleiches gilt für Schalter und Steckdosen.

Vorteile von barrierefreien Badezimmern

Barrierefrei gestaltete Badezimmer sind immer altersgerecht und für behinderte Menschen geeignet. Mit einem so gestaltetem Badezimmer ist jede Lebenssituation optimal abgedeckt, immerhin geht es manchmal so schnell, dass ein Unfall oder eine Krankheit dich dazu zwingt, dein Leben umzugestalten. Dann ist ein barrierefreies Badezimmer eine große Erleichterung, um deine persönliche Unabhängigkeit so lange wie möglich zu erhalten.

Nützliche Erweiterungen zur DIN 18040-2

Damit sind zusätzliche Haltegriffe in der Dusche und der Badewanne gemeint, die zusätzliche Sicherheit bieten. Aber auch ein Dusch-WC kann eine sinnvolle Option sein, um deine Intimspflege eigenständig zu gewährleisten. Auch Thermostatarmaturen helfen Verbrühungen zu vermeiden. Bewegungsmelder gesteuerte Beleuchtung sorgt beim Betreten des Badezimmers für eine sichere Helligkeit. Smart-Home-Integrationen von Heizung, Licht und Notrufen, kann vieles erleichtern. Wer nicht auf Smart-Home-Lösungen setzen möchte, für den eignen sich herkömmlich, integrierte und schnell erreichbare Notrufsysteme mit einer direkten Leitung zu Notrufleitstellen, um im Ernstfall Leben zu retten.

Barrierefreie Badezimmer im Neu- und Altbau umsetzen

Barrierefreie Badezimmer im Neubau – diese Möglichkeiten kannst du nutzen

Ein barrierefreies Badezimmer im Neubau zu planen ist deutlich leichter, als ein altes Badezimmer entsprechend zu sanieren. Hier kannst du von Beginn an alle benötigten Elemente passgenau einfügen und kannst zudem individuelle Kundenwünsche berücksichtigen. Alles, was du beachten musst, gibt dir die DIN 18040-2 exakt vor. Schlussendlich ist dann für Privathaushalte der Faktor der Kosten entscheidend. 

Ein barrierefreies Badezimmer im Altbau sanieren

Möchtest du allerdings ein barrierefreies Badezimmer im Altbau umsetzen, musst du einige Gegebenheiten beachten, die dir die Sanierung erschweren können. Oftmals sind alte Badezimmer recht klein und können einen Umbau durch die baulichen Gegebenheiten erschweren. Doch es gibt einige Lösungsansätze, von denen du beim Umbau auf ein barrierefreies Badezimmer profitieren kannst.

  1. Gewinne mehr Raum: Befinden sich neben dem Badezimmer weitere Räume, die du zur Vergrößerung nutzen kannst? Eine Möglichkeit wären Abstellkammern.
  2. Flexible Einrichtungen (Modulare Systeme) können an bestehende Baustrukturen angepasst werden
  3. Maßgeschneiderte Lösungen, die optimale Anpassungsmöglichkeiten schaffen

Umsetzung für ein barrierefreies Badezimmer im Altbau

Gerade Sanierungen im Altbau haben einige Tücken aufzuweisen, die einen erhöhten zeitlichen Aufwand für dich bedeuten. Nicht nur, dass du das Inventar meistens komplett austauschen musst, es fallen häufig zusätzliche bauliche Veränderungen an. Damit dies keine unvorhergesehenen Kosten verursacht, solltest du ein besonderes Augenmerk auf die Planung legen. Es kann unter Umständen auch clever sein, einen erfahrenen Architekten mit zurate zu ziehen, falls eine bauliche Umstrukturierung unvermeidlich ist. Auch kann es zu technischen Einschränkungen kommen, die sich im Vorfeld nicht klar gezeigt haben.

Finanzielle Zuschüsse für die Sanierung in ein barrierefreies Badezimmer

Da ein Umbau immer mit Kosten verbunden ist und der Zugang zu einem selbstbestimmten Leben jedem zusteht, gibt es einige Förderprogramme, die eine solche Sanierung unterstützen. Beantragen kannst du diese bei der KfW-Förderprogramme, den Pflegekassen oder sogar bei Bundesländern und Kommunen. Es gibt sogar Kommunen, deren Förderungen mit der KfW-Förderprogrammen kombinierbar sind. Hier solltest du dich unbedingt kundig machen, damit du einen Teil der Sanierungskosten für ein barrierefreies Badezimmer sparen kannst. 

Sind barrierefreie Badezimmer überall umsetzbar?

Barrierefreie Badezimmer ermöglichen Komfort und Sicherheit für Menschen mit eingeschränkter Mobilität. Die DIN 18040-2 ist ein zuverlässiger Standard, den du umsetzen kannst und bei dem du stets selbst auf der sicheren Seite bist. Die Umsetzung im Neubau ist besonders leicht, da alle notwendigen Schritte bereits bei der Planung einbezogen werden können.

Sanierungsmaßnahmen im Altbau können zu Schwierigkeiten führen, für die du zuerst eine adäquate Lösung finden musst. Dennoch gibt es einige Lösungsansätze, wie vorhandene Badezimmer barrierefrei umgestaltet werden können. Um den Eigenanteil der Kosten so gering wie möglich zu halten, sollten entsprechende Förderprogramme abgerufen werden. Ein barrierefreies Badezimmer ist immer mit cleveren Ideen umsetzbar und gibt Senioren und Menschen mit Handicap ihre Freiheit ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

FAQ zum Thema Barrierefreie Badezimmer

Ist ein barrierefreies Badezimmer immer sinnvoll?

Ob ein barrierefreies Badezimmer notwendig ist, hängt von einigen Faktoren ab. Ein barrierefreies Badezimmer ist immer eine Investition in die Zukunftssicherheit und bietet Komfort und Sicherheit in allen Lebenslagen. Zusätzlich erhält die Immobilie eine große Wertsteigerung. Weiterhin ist zu beachten, dass ein barrierefreies Badezimmer nicht immer wie ein spezieller Raum wirken muss, sondern individuell zum persönlichen Stil angepasst werden kann. Weitere Punkte sind der jeweilige Lebensstil, der Platz und ob aktueller Bedarf an einem barrierefreiem Badezimmer besteht.

In welchen Gebäuden sind barrierefreie Badezimmer Pflicht?

Ein barrierefreies Badezimmer kann in bestimmten Gebäuden eine Pflicht sein. Dazu gehören alle öffentlichen Gebäude, Arbeitsplätze, die für Menschen mit Behinderung ausgelegt sind, Wohngebäude wie Mehrfamilienhäuser, betreutes Wohnen und Pflegeeinrichtungen, außerdem Hotels und Herbergen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um einen Neu- oder Altbau handelt.

Wie hoch sind die Zuschüsse von den Pflegekassen für ein barrierefreies Badezimmer?

Die Zuschüsse der Pflegekassen können bis zu 4.000 € betragen. Voraussetzung hier für ist die Feststellung eines entsprechenden Pflegegrades. Liegt dieser nicht vor, wird die Pflegekasse die Bezuschussung zu einem barrierefreien Badezimmer ablehnen.

Lässt sich ein barrierefreies Badezimmer in jedem fall umsetzen

In den allermeisten Fällen ist es möglich ein barrierefreies Badezimmer zu realisieren. Natürlich gibt es auch Ausnahmen, wenn der Altbau von der Baustruktur keine entsprechenden Sanierungsmöglichkeiten aufgrund des Platzes oder technischer Anforderungen bietet. Ein weiterer Hinderungsgrund wäre ein zu hoher Aufwand verbunden mit einer zu großen finanziellen Belastung.

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