Effektive Silikonentfernung erfordert gründliches Vorgehen und passende Materialien.
Silikon entfernen kann einfach erscheinen, ist aber riskant, wenn es unsachgemäß durchgeführt wird. Eine sorgfältige Entfernung ist notwendig, um Rückstände und Schimmelbildung zu vermeiden, was die Haftung neuer Fugen beeinträchtigen kann.
- Altes Silikon muss vollständig entfernt werden, um Undichtigkeiten zu vermeiden.
- Mechanische und chemische Methoden sind wichtig für die effektive Silikonentfernung.
- Oberflächenvorbereitung ist entscheidend, um Schäden und langfristige Probleme zu vermeiden.
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Wie gründlich muss man altes Silikon entfernen?
Altes Silikon musst du immer so gründlich entfernen, dass keine sichtbaren und fühlbaren Reste in der Fuge bleiben. Andernfalls haftet die neue Silikonfuge schlecht und wird schneller undicht.
Besonders tückisch sind nicht nur minimale Rückstände, sondern dünne Schmierfilme: Selbst wenn die Fuge optisch sauber wirkt, kann ein Silikonfilm auf Fliesen, Glas oder Emaille bleiben. Der verhindert, dass neues Silikon sauber an den Flanken anbindet. Die Fuge löst sich dann oft schon nach kurzer Zeit an den Rändern.
Vor allem in Dusche, Badewanne und an Fenstern reichen schon dünne Silikonreste oder ein Schmierfilm, um Schimmelbildung und erneute Undichtigkeiten zu begünstigen.
Achte darauf, dass du
- die alte Silikonfuge komplett heraustrennst und nicht nur anschneidest.
- Reste aus Ecken, Poren und Kanten mit einer Klinge oder einem Schaber entfernst.
- den Untergrund (z. B. Fliesenfuge, Emaille, Glas) fett- und staubfrei reinigst.
Wenn die Fuge schimmelig war: Nicht nur „sauber“, sondern wirklich „sporenarm“ arbeiten. Heißt: erst alles mechanisch entfernen, dann reinigen/entfetten, dann vollständig trocknen lassen, bevor du neu verfugst.
Je stärker die Fuge mit Schimmel befallen war, desto wichtiger ist es, das Silikon restlos zu entfernen und den Untergrund zusätzlich mit einem Schimmelentferner oder Alkohol zu desinfizieren.
Kurz-Check: Was für eine Fuge ist das überhaupt?
Nicht alles, was wie „Silikon“ aussieht, ist auch Silikon. Ein schneller Check hilft, weil sich Entfernen und Neuaufbau je nach Material unterscheiden können:
- Silikon: dauerhaft elastisch, typisch Bad/Küche, meist nicht überstreichbar.
- Acryl: eher für Innen/Anschlussfugen ohne Dauer-Nässe, überstreichbar, weniger elastisch.
- Hybrid/MS-Polymer: oft sehr haftstark, kann sich zäher entfernen lassen als klassisches Silikon.
Praxis-Tipp: Wenn du unsicher bist, behandle die Fuge beim Entfernen wie empfindliches Silikon (sanft mechanisch, Materialtest bei Chemie) und plane bei der Nachreinigung extra sorgfältig.
Wie kann man Silikon am besten entfernen?
Silikon zu entfernen ist weniger eine Frage des „richtigen Mittels“ als der richtigen Reihenfolge und Kombination. Denn Silikon ist ein elastischer, stark haftender Dichtstoff, der sich chemisch nur begrenzt anlösen lässt. Anders als Kleber trocknet er nicht spröde aus, sondern bleibt selbst nach Jahren flexibel – genau das macht die Entfernung aufwendig.
Grundsätzlich gibt es zwei Wege:
- Mechanisch lösen: Also schneiden, abziehen, schaben
- Chemisch nachbehandeln: Also anlösen, aufweichen, Schmierfilme entfernen
In der Praxis funktioniert die Silikonentfernung fast immer als Kombination aus beidem. Chemische Mittel allein reichen selten aus, da sie das Silikon nicht vollständig „auflösen“, sondern nur seine Haftung reduzieren oder Rückstände anlösen. Die eigentliche Arbeit bleibt meist mechanisch.
Bevor du beginnst, solltest du drei Punkte klären:
- Wie alt und wie stark haftend ist das Silikon? Frische Fugen lassen sich oft in einem Stück abziehen, alte Fugen reißen meist in kleinen Abschnitten.
- Auf welchem Untergrund befindet sich das Silikon? Glas, Fliesen, Metall, Kunststoff oder Naturstein reagieren unterschiedlich empfindlich auf Werkzeuge und Chemikalien.
- Geht es um vollständige Entfernung oder nur um Rückstände? Für eine Neuverfugung muss das Silikon komplett entfernt werden – inklusive unsichtbarer Schmierfilme.
Erst wenn diese Punkte geklärt sind, wählst du die passende Methode.
Mechanische Methoden
Die Basis ist immer die Beseitigung mit einem Fugenkratzer, Cuttermesser, Schaber oder einer Rasierklinge. Mechanische Methoden eignen sich besonders, wenn du ausgehärtetes oder altes Silikon entfernen willst, etwa an der Dusche, in der Küche oder an Fensteranschlüssen.
Eine weitere Möglichkeit zur mechanischen Entfernung ist Drahtwolle. Diese kann bei feinen Silikonresten eingesetzt werden.
Wichtig: Drahtwolle nur dort, wo Kratzer wirklich ausgeschlossen sind (z. B. nicht auf Acryl, empfindlichen Kunststoffen oder hochglänzenden Oberflächen). Auf Glas und Fliesen ist meist ein Kunststoffschaber zusammen mit einem Reiniger die sicherere Wahl.
Chemische Silikonentferner
Lässt sich hartnäckiges Silikon nicht mechanisch lösen oder möchtest du den zurückgebliebenen Silikon-Schmierfilm entfernen, kannst du auf chemische Produkte zurückgreifen. Silikonentferner sind im Baumarkt oder Fachhandel erhältlich und werden entweder flüssig oder als Gel angeboten.
Setze diese Mittel ausschließlich in gut belüfteten Räumen ein und trage Gummihandschuhe, um deine Haut zu schützen. Achte außerdem darauf, dass das Mittel für die entsprechende Oberfläche geeignet ist und empfindliche Materialien nicht angreift.
Gel oder flüssig: Was ist wann besser?
Gel haftet besser an senkrechten Flächen (Dusche/Wandfugen) und wirkt „lokaler“. Flüssige Entferner verteilen sich leichter, können aber eher an unerwünschte Stellen laufen (Dichtungen, Kunststoffe, Lack).
Egal welches Produkt: In der Praxis ersetzen Entferner fast nie die Mechanik, aber sie erleichtern sie. Plane deshalb immer „mechanisch lösen + chemisch nachbehandeln + entfetten“ als Dreiklang ein.
Vorbereitungs-Checkliste
Bevor du startest, leg dir folgende Materialien bereit:
- Cuttermesser/Fugenmesser: Zum präzisen Aufschneiden der Fuge entlang der Flanken. Ein Fugenmesser ist oft stabiler geführt, ein Cutter ist flexibler – entscheidend ist eine frische, scharfe Klinge.
- Fugenkratzer: Zum Lösen und Herausziehen der Silikonraupe aus der Fuge, besonders in Ecken und an schwer erreichbaren Stellen. Ideal, wenn das Silikon beim Ziehen reißt.
- (Kunststoff-)Schaber: Für empfindliche Oberflächen (Acryl, Kunststoff, beschichtete Flächen). Entfernt Reste ohne zu verkratzen, braucht ggf. etwas mehr Geduld als Metallwerkzeuge.
- Rasierklinge/Ceranfeldschaber (nur für harte, unempfindliche Flächen): Für harte, unempfindliche Flächen wie Glas oder glatte Fliesen. Sehr effektiv gegen dünne Silikonfilme – aber nur mit flachem Winkel und ruhiger Hand, sonst drohen Kratzer.
- Putztücher/Mikrofasertücher: Zum Abwischen gelöster Reste, zum „Nachreiben“ beim Entfetten und für die Endkontrolle (Streiflicht/Wischprobe). Fusselfrei ist hier ein echter Vorteil.
- Handschuhe (Nitril/Gummi): Schützen vor Schnitten, Schmutz und Reinigern/Entfernern. Nitril ist oft angenehmer und beständiger gegen viele Mittel als dünne Latexhandschuhe.
- Abklebeband/Kreppband: Zum Schutz von Kanten und angrenzenden Flächen (z. B. Fliesen, Wanne, Rahmen), damit du beim Schneiden/Schaben nicht abrutschst und Spuren hinterlässt.
- Reiniger/Entfetter (z. B. Alkohol/Isopropanol): Entfernt Fett-, Seifen- und Pflegefilm sowie letzte Rückstände, die die Haftung der neuen Fuge stören würden. Danach immer trocken nachwischen.
- Müllbeutel/Abfallbehälter: Für entfernte Silikonstreifen und verschmutzte Tücher. Hält den Arbeitsbereich sauber und verhindert, dass Silikonreste wieder an Oberflächen landen.
So vermeidest du Zeitdruck. Einer der Hauptgründe, warum Leute zu früh abbrechen und Reste übersehen.
Anleitung: Wie kann ich ausgehärtetes Silikon entfernen?
Ist das Silikon bereits ausgehärtet oder schon älter, solltest du die Silikonfugen mit einem Fugenkratzer lösen.
So gehst du Schritt für Schritt vor:
- Schutz/Abkleben: Kanten abkleben, empfindliche Flächen schützen (Kratzer passieren meist beim „Abrutschen“).
- Beidseitig auftrennen: Schneide die Fuge entlang beider Flanken (links und rechts). Das reduziert „Stückeln“.
- Zug statt Gewalt: Wenn möglich, den Streifen in einem Stück abziehen.
- Ecken & Poren: Mit Fugenhaken oder geeigneter Spitze nacharbeiten (ruhig, ohne Druck).
- Restfilm lösen: Jetzt erst Entferner oder geeignetes Mittel nutzen (wenn materialverträglich).
- Mechanische Nacharbeit: Gelöste Reste mit Kunststoffschaber oder passendem Werkzeug abnehmen.
- Entfetten: Mit Alkohol/geeignetem Entfetter nachwischen, bis keine „schmierige“ Stelle mehr fühlbar ist.
- Trocknen lassen: Untergrund vollständig trocknen lassen, bevor neu verfugt wird (sonst Haftungsprobleme, schneller Schimmel).
- Endkontrolle: Siehe „3 Schnelltests“ direkt unten.
3 Schnelltests: So merkst du, ob wirklich alles weg ist
- Fingernagel-/Kantenprobe: Nirgends darf es „gummiartig“ nachgeben oder schmieren.
- Wasserfilm-Check: Fläche leicht anfeuchten. Wenn Wasser stellenweise stark abperlt wie auf Wachs, sitzt oft noch Film/Fett → nochmal entfetten.
- Sichtcheck im Streiflicht: Mit Taschenlampenlicht flach über die Fläche leuchten. Silikonreste glänzen oft anders als der Untergrund.
Arbeite ruhig und kontrolliert. Je sorgfältiger du vorgehst, desto weniger Silikonreste bleiben zurück. Verbliebene Rückstände lassen sich anschließend mit geeigneten Hausmitteln oder Reinigern entfernen.
Altes Silikon entfernen: Hausmittel vs. professionelle Methoden
Wenn du umweltbewusst und kostensparend vorgehen möchtest, greifst du zunächst zu vorhandenen Hausmitteln. Sie sind meist günstiger als Spezialprodukte aus dem Fachhandel.
Bewährt haben sich unter anderem:
- Essigessenz: Vermische Essigessenz mit Wasser im Verhältnis 1:2. Trage die Lösung mit einem Schwamm oder Tuch auf das Silikon auf und lasse sie etwa zehn Minuten einwirken. Anschließend kannst du die aufgeweichten Reste vorsichtig mit einem Japanspachtel entfernen. Berücksichtige jedoch, dass Essig Naturstein-Oberflächen angreifen kann.
- Spülmittel: Trage das Spülmittel unverdünnt auf die Silikonreste auf und lasse es rund 15 Minuten einwirken. Danach lassen sich die Rückstände mit einem Japanspachtel leichter ablösen.
- Backpulver oder Natron: Rühre Backpulver und Wasser zu einer Paste an. Trage diese direkt auf die Silikonrückstände auf, lasse sie einige Zeit einwirken und rubble hinterher alles mit einem Tuch ab.
- Babyöl und ölhaltige Cremes: Massiere Öl oder eine fetthaltige Creme (Körperlotion) entlang der Silikonränder ein, sodass der Wirkstoff unter die Silikonschicht gelangt. Sobald das Material weicher wird, kannst du das Silikon lösen. Beachte, dass Öl Flecken verursachen kann und sich daher nicht für empfindliche Untergründe wie Holz eignet.
- Aceton und Nagellackentferner: Bestreiche die Silikonreste mit acetonhaltigem Nagellackentferner und lasse ihn kurz einwirken. Danach kannst du das Silikon mit einem Japanspachtel abtragen. Achte dabei auf ausreichende Belüftung, da die Dämpfe gesundheitsschädlich sein können.
Hausmittel lösen häufig nicht das Silikon selbst „magisch weg“, sondern helfen eher beim Aufweichen, beim Anlösen von Randbereichen oder beim Entfernen von Fett-/Pflegefilm. Gerade Öl kann danach die Haftung neuer Fugen verschlechtern, wenn du nicht konsequent entfetest.
Deshalb: Hausmittel eher als Ergänzung sehen, nicht als Ersatz für saubere mechanische Entfernung.
Schimmel auf Silikon entfernen: reinigen oder austauschen?
Schimmel auf Silikonfugen ist kein Ausnahmefall. Er tritt besonders häufig in Bad und Dusche sowie an Fensterfugen auf, wo dauerhaft Feuchtigkeit und Kondenswasser entstehen.
Wann eine Reinigung ausreicht
Eine Reinigung kann ausreichen, wenn der Schimmel nur oberflächlich auf dem Silikon sitzt und noch keine tiefen Verfärbungen sichtbar sind.
Ursache sind dann meist Seifenreste, Hautfette oder organische Ablagerungen, die sich in mikroskopisch kleinen Unebenheiten der Silikonoberfläche festgesetzt haben.
Geeignet zur Reinigung sind unter anderem:
- Essig oder Essig-Wasser-Gemische
- Backpulverpaste
- Zitronensäure in niedriger Konzentration
- Alkohol (Isopropanol oder Ethanol)
Diese Mittel können Schimmelsporen auf der Oberfläche abtöten und eignen sich, wenn du etwa Schimmel auf Silikon am Fenster entfernen willst. Wichtig ist, das Silikon anschließend gründlich abzuspülen und vollständig zu trocknen. In Bad und Dusche funktioniert das nur, wenn die Fugen danach konsequent trocken gehalten und gut belüftet werden.
Tipp aus der Redaktion: Arbeitsschutz & typische Fehler bei Schimmel-Reinigern
Arbeite bei Schimmel immer mit Handschuhen und lüfte gut. Mische keine Reiniger (z. B. chlorhaltige Mittel mit Säuren), weil gefährliche Reaktionen entstehen können. Wenn du beim Reinigen merkst, dass das Silikon porös ist, Risse hat oder tief verfärbt ist, bringt „Putzen“ meist nur kurzfristig etwas – dann ist Austausch sinnvoll.
Silikon bei Schimmel entfernen
Sitzt der Schimmel tief im Silikon oder tritt er trotz regelmäßiger Reinigung wiederholt auf, bleibt meist nur der komplette Austausch der Fuge.
In diesem Fall solltest du das alte Silikon vollständig beseitigen und unter Einsatz eines schimmelhemmenden Silikons neu verfugen, um einen weiteren Befall möglichst lange zu verhindern. Ökotest hat dazu verschiedenes Sanitär-Silikon getestet.
Manchmal muss man auch bei Schimmel am Fenster das Silikon entfernen, da moderne, dichte Fenster Kondenswasser begünstigen. Die Feuchtigkeit sammelt sich an den kältesten Stellen – ideal für erneuten Schimmelbefall.
Laut Umweltbundesamt solltest du Schimmelbefall über 0,5 Quadratmetern von Fachleuten beseitigen lassen, da gesundheitliche Risiken bestehen. Kleinere befallene Stellen darfst du selbst behandeln, insofern du nicht allergisch bist, dein Immunsystem nicht geschwächt ist oder du keine chronische Atemwegserkrankung hast.
Silikon entfernen von verschiedenen Oberflächen
Je nachdem, um welche Oberfläche es sich handelt, musst du besonders vorsichtig sein, damit keine Kratzer oder Schäden entstehen.
- Altes Silikon entfernen in der Dusche: Für grobe Überreste kannst du einen Schaber einsetzen. Spezielle Reinigungsmittel, Spülmittel oder Öle funktionieren ebenfalls. Bei Kabinenwänden und Duschabtrennungen aus Kunststoff solltest du chemische Silikonentferner zuvor an einer unauffälligen Stelle testen, um Materialschäden zu vermeiden.
- Silikon entfernen von Fliesen: Hierfür eignen sich mechanische Methoden mit einem Spachtel oder einer Rasierklinge. Bleiben Reste haften, trägst du Spülmittel auf, wodurch das Silikon seine Haftung verliert. Anschließend lässt es sich einfach mit einem Tuch wegwischen. Angetrocknete Silikonreste kannst du auch mit einem Dampfreiniger einweichen.
- Silikon von Glas entfernen: Hier gehst du ähnlich wie bei den Fliesen vor. Allerdings solltest du auf einen Spachtel verzichten, um Kratzer zu verhindern. Alternativ kannst du auf einen Plastikschaber oder ein Stück Pappe zurückgreifen. Sanfte Hausmittel wie Babyöl sind ebenfalls geeignet.
Tipp aus der Redaktion: Silikon mit Kälte entfernen
Starke Kälte kann Silikon brüchig und spröde machen, sodass du es leichter entfernen kannst. Besonders geeignet ist dieses Verfahren für glatte Oberflächen wie Glas, Fliesen oder Metall, da das Silikon dort nur oberflächlich haftet. Zum Abkühlen eignen sich Kältespray, Eisbeutel oder Kühlakku.
- Kältesprays wirken sofort und erreichen Temperaturen von bis zu etwa –50 °C. Durch die schlagartige Abkühlung verliert Silikon schnell seine Elastizität und wird brüchig. Ideal für punktuelle Anwendungen auf glatten Oberflächen.
- Kühlakkus oder Eisbeutel kühlen langsamer und weniger intensiv, benötigen mehrere Minuten Einwirkzeit und eignen sich eher für größere Flächen oder empfindlichere Bereiche.
Blättert es nicht von selbst ab, kannst du vorsichtig mit einem Spachtel oder einer Rasierklinge nachhelfen.
Für dicke oder tiefe Silikonfugen ist diese Methode jedoch weniger praktikabel, da die Kälte nicht ausreichend in das Material eindringt. Hierfür sind mechanisches Entfernen oder spezielle Silikonentferner meist effektiver.
Besonderheiten bei unterschiedlichen Oberflächen
Ob Silikon sich rückstandsfrei entfernen lässt, hängt maßgeblich vom Untergrund ab. Während Glas oder Edelstahl relativ widerstandsfähig gegenüber Klingen und vielen Reinigern sind, reagieren Kunststoffe, Holz oder beschichtete Metalle deutlich empfindlicher auf Kratzer, Lösungsmittel oder mechanischen Druck.
Entscheidend sind dabei drei Faktoren:
- Oberflächenhärte: Bestimmt, wie kratzempfindlich das Material ist
- Chemische Beständigkeit: Entscheidet, ob Lösungsmittel Schäden verursachen
- Saugfähigkeit bzw. Porosität: Beeinflusst, ob sich Silikonreste oder Reiniger in das Material einarbeiten
Ein falsch gewähltes Werkzeug oder ungeeigneter Entferner kann zu Verfärbungen, Versprödung, matten Stellen oder bleibenden Schleifspuren führen. Deshalb sollte die Methode immer an das jeweilige Material angepasst werden.
| Untergrund | Eigenschaften / Empfindlichkeit | Geeignete Methoden | Hinweise |
|---|---|---|---|
| Kunststoff (z. B. PVC, Kunststofffenster) | lösungsmittelempfindlich, Weichmacher können gelöst werden | mechanisch mit weichen Werkzeugen | chemische Silikonentferner (immer an verdeckter Stelle testen); Verfärbung oder Versprödung möglich |
| Holz | keine dauerhafte Verbindung mit Silikon, saugfähig | ausschließlich mechanisch | mit feinem Schleifpapier in Faserrichtung schleifen; keine chemischen Entferner verwenden (Fleckenrisiko) |
| Metall | meist widerstandsfähig | mechanisch und chemisch | bei eloxierten oder beschichteten Flächen vorsichtig testen; Edelstahl und Chrom unempfindlich |
| Glas | hart, glatt, chemisch resistent | mechanisch und chemisch | darauf achten, dass Entferner nicht auf Dichtungen, Kunststoffteile oder Aluminiumrahmen tropft (Mattwerden möglich) |
Typische Probleme beim Silikon entfernen
Beim Entfernen alter Silikonfugen treten immer wieder ähnliche Schwierigkeiten auf.
- Das größte Problem ist die starke Haftung moderner Silikondichtstoffe. Durch jahrelange Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen wird das Material zäh und widerstandsfähig. Es lässt sich nicht mehr flexibel abziehen, sondern reißt oft in kleinen Stücken ab.
- Ein weiterer häufiger Stolperstein ist die falsche Vorgehensweise. Aggressive Chemikalien oder ungeeignete Werkzeuge führen schnell zu beschädigten Fliesen, Sanitärkeramik oder Arbeitsflächen. Gleichzeitig bleiben trotz hohem Aufwand oft Silikonreste zurück, die mit bloßem Auge kaum sichtbar sind.
- Besonders kritisch sind mikroskopisch feine Rückstände und Schmierfilme. Sie setzen sich in Poren von Fliesen, Naturstein oder Fugenflanken fest und verhindern später, dass neues Silikon dauerhaft haftet. Die Folge sind schlecht sitzende Fugen oder frühe Ablösungen.
- Auch Zeitdruck sorgt regelmäßig für Probleme. Viele unterschätzen den Arbeitsaufwand und überspringen wichtige Zwischenschritte wie gründliches Reinigen, Entfetten und vollständiges Trocknen der Oberflächen. Zusätzlich werden Materialverträglichkeiten oft nicht beachtet. Säurehaltige oder lösemittelbasierte Mittel können empfindliche Untergründe wie Acryl, Kunststoff oder Naturstein dauerhaft schädigen.
Typische Probleme entstehen folglich durch zu grobes Arbeiten, ungeeignete Hilfsmittel, unvollständige Entfernung und mangelnde Vorbereitung der Oberfläche. Genau diese Punkte entscheiden später über Haltbarkeit und Sauberkeit der neuen Silikonfuge.
Fazit: Silikon fachgerecht entfernen und Haftungsprobleme vermeiden
Silikon zu entfernen, erfordert Sorgfalt, das richtige Werkzeug und eine zur Oberfläche passende Methode. Entscheidend ist, dass alte Fugen und Rückstände vollständig beseitigt werden, damit neues Silikon dauerhaft haftet.
Wer mechanisch sauber arbeitet, Oberflächen richtig vorbereitet und typische Fehler vermeidet, schafft die Grundlage für langlebige und dichte Silikonfugen.
FAQ zum Thema Silikon entfernen
Wie löst man am besten eine Silikonfuge?
Die effektivste Methode kombiniert mechanisches Schneiden mit chemischer Nachbehandlung. Schneide die Fuge mit einem scharfen Fugenmesser parallel zur Oberfläche ein und ziehe sie ab. Behandle Reste mit Silikonentferner und entferne sie mit geeigneten Werkzeugen wie Ceranfeldschaber für harte Oberflächen oder Kunststoffspachtel für empfindliche Materialien.
Wie entfernen Profis Silikon?
Fachbetriebe entfernen Silikon und andere Dichtstoffe grundsätzlich auf mechanischem Weg. Hausmittel kommen dabei nicht zum Einsatz, da sie Rückstände hinterlassen können, die die Haftung neuer Silikon- oder Dichtstoffschichten beeinträchtigen. Auch chemische Silikonentferner werden von Profis in der Regel vermieden, um Probleme bei der späteren Neuverfugung auszuschließen.
Mit welchem Hausmittel kann man altes Silikon entfernen?
Altes Silikon lässt sich mit Hausmitteln wie Essigessenz (verdünnt mit Wasser), Spülmittel (pur), Babyöl oder Aceton (z.B. in Nagellackentferner) aufweichen, indem man die Mittel einwirken lässt und die Reste dann mit einem Spachtel oder Tuch beseitigt.
Kann man dauerhaft Schimmel auf Silikon entfernen?
Oberflächlicher Schimmel auf intakten Fugen lässt sich mit Schimmelentfernern auf Chlor- oder Wasserstoffperoxid-Basis behandeln. Ist das Silikon jedoch porös, rissig oder tiefschwarze Verfärbungen durchziehen die gesamte Fuge, hilft nur der komplette Austausch. Schimmelsporen im Fugeninneren erreichst du mit Reinigern nicht, sie wachsen nach kurzer Zeit wieder nach.
